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Ohne Hormone durch die Wechseljahre

Das Thema Wechseljahre, seine Beschwerden und deren Behandlung wurden und werden immer noch viel und heftig diskutiert.

Nachdem jedoch in den ersten Jahren Hormonersatztherapie (in Form von Pflastern, Tabletten) als die Ideallösung angesehen wurden, und fast widerspruchslos angenommen wurde, gibt es in den letzten Jahren wieder immer mehr Frauen, die der Sache kritisch gegenüberstehen, dank immer besserer Aufklärung über die Schattenseiten dieser Behandlungsmethode.

Ich hoffe, dass ich heute Abend ein bisschen mehr zu dieser Aufklärung beitragen kann und sie mit neuen Gedanken und Ideen diesen Raum verlassen werden, im Bezug auf den Umgang mit Wechseljahresbeschwerden.

Für mich ist natürlich – wie sollte es auch anders sein- Die Klassische Homöopathie das Mittel der Wahl, um die Begleiterscheinungen der Wechseljahre zu lindern. Mehr dazu jedoch später.

In den 60er Jahren wurden die Hormone als wahrer Jungbrunnen gepriesen, die den Frauen zu ewiger Schönheit und Jugend verhelfen sollten.

Aber schon ab den 70ern  wurde nachgewiesen, dass es durch die Einnahme der Hormone zu einem Anstieg des Gebärmutterkrebses um ca. 15 % kam. In Amerika wurde sogar eine Langzeitstudie (WHI à Women`s Health Intiative Study) abgebrochen wegen alarmierender Zwischenergebnisse.

Die Auswertung ergab:

·        Anstieg des Brustkrebsrisikos um 26%, bereits im ersten Jahr

·        Risiko an Schlaganfall, Herzinfarkt zu erkranken erhöhte sich um 1/3

·        Gefahr von Lungenembolien und Thrombosen stieg um 50%

·        Keine Verbesserung der Lebensqualität der Frauen

·        Keine Vorbeugung gegen Altersdemenz, eher ein Anstieg.

Eine britische Studie bestätigte diese Ergebnisse

Hier zeigt sich die große Chance der Homöopathie als wirkungsvolle und nebenwirkungsfreie Alternative zur Schulmedizin., gerade auch deshalb, weil durch die Studien bekannt wurde, dass die Hormontherapie nur Abhilfe bei den Hitzewallungen schafft, jedoch nicht auf seelische Problem, wie depressive Verstimungen, einwirkt.

Die Homöopathie behandelt jedoch nicht nur Teilbereiche sondern immer die Gesamtheit der Symptome.

Dies beschreibt Samuel Hahnemann im §1 seines Buches „Der Organon“, wo es heißt:

„Des Arztes oberstes und einziges Gebot ist es, kranke Menschen gesund zum machen, was man heilen nennt“.

Ein sorgfältig arbeitender Homöopath wird immer zum Ziel haben Körper, Seele, Geist als Einheit zu betrachten und so auch zu behandeln. Man versucht immer, mit einem Mittel alle Beschwerden des Patienten zu beeinflussen, sowohl körperliche als auch seelische.

Bevor wir tiefer in die Homöopathie einsteigen, noch ein paar allgemeine Worte zu den Wechseljahren.

Wechseljahre, was versteht man darunter eigentlich?

Die Wechseljahre bedeuten den Übergang von einem Lebensabschnitt in einen Neuen.

Der Wandel von den fruchtbaren, gebärfähigen Jahren, die geprägt sind durch Kinder, Erziehung und Familie, hin zu einer neuen Lebensphase, die mit dem Vergehen der Zeugungsfähigkeit verbunden ist.

Diesen Verlust, der viel Frauen in tiefe seelische Problem stürzt, kann man aber auch ansehen als eine neue Freiheit, die Freiheit, sich wieder mehr den eigene Bedürfnissen und Wünschen zuwenden zu können oder neue zu entdecken, dadurch dass die Kinder selbstständig sind und unserer intensiven Zuwendung nicht mehr bedürfen.

Wechsel heißt also Veränderung, loslassen von Althergebrachtem / Gewohntem, hin zu Neuem / Unbekanntem.

Dieses kann vielleicht sehr spannend sein. Es bietet die Möglichkeit sich selbst neu zu finden und mit sich in Reine zu kommen, die Möglichkeit einen Neubeginn zu wagen, bzw. die persönliche individuelle Entwicklung fortzusetzen.

Dabei kann die Homöopathie sehr hilfreich sein, wie, werden sie im weiteren Verlauf des Abends erfahren.

Wichtig ist zunächst einmal, sich bewusst zu machen, dass die Wechseljahre ein natürlicher Vorgang im Leben einer Frau (und auch eines Mannes) sind.

Was passiert dabei im Körper?

Es kommt zum Rückgang der Produktion weiblicher Geschlechtshormone (Östrogen, Progesteron), wobei die Produktion von Testosteron (Männliche Geschlechtshormone) konstant bleibt. Dadurch kommt es zur Behinderung, bzw. dem Wegfall der Eireifung. Dies hat Zykusstörungen und ein allmähliches Ausbleiben der monatlichen Regelblutung zur Folge(Eierstöcke werden in Bindegewebe umgebaut)

Häufige Begleiterscheinungen sind:

·        Hitze, Hitzewallungen,

·        Spannungsgefühle in der Brust,

·        Trockenheit der Scheide,

·        vermehrte Trockenheit der Haut (nicht mehr so straff)

·        Schlafstörungen,

·        Stimmungsschwankungen.

Man teilt die Wechseljahre in drei Abschnitte ein:

·        Prämenopause:   Rückgang der Hormonproduktion, Mensis unregelmäßig

·        Perimenopause:  2-4 Jahre nach der letzten Regelblutung

·        Postmenopause: Zeitraum danach bis zum 65. Lebensjahr

Die seelischen Turbulenzen bei Beginn der Wechseljahre entstehen oft durch Trauer um das Vergangene, Trauer um den Verlust der Zeugungsfähigkeit, sowie durch Ängste und Sorgen über das was Kommen wird (bleibe ich eine vollwertige Frau, bleibe ich attraktiv für meinen Mann, wie wird unser Sexualleben sich entwickeln).

Man meint, nun eigentlich seinen Platz im Leben gefunden zu haben, alles lief bisher in geordneten Bahnen. Deshalb soll auch am besten alles bleiben wie es ist.

Dieses Festhalten an Bestehendem hindert uns aber an der Weiterentwicklung hin zu einem neuen erfüllten Lebensabschnitt.

àDer Körper hat dadurch seine Anpassungsfähigkeit an neue Situationen und Umstände eingebüßt; man ist, wie die Homöopathen sagen, „Nicht mehr im Fluss“.

àDadurch gerät der Körper aus seinem Gleichgewicht, es entsteht eine Dysbalance, sowohl körperlich (Abfall der Östrogene) als auch seelisch.

Hier setzt die Klassische Homöopathie an.

Sie stellt das Gleichgewicht im Körper wieder her und verbessert die Anpassungsfähigkeit an veränderte Lebensumstände. Homöopathische Mittel erzeugen eine gewisse Gelassenheit gegenüber Veränderungen, erleichtern das Annehmen von Veränderungen. Sie bringt viele Dinge in Fluss, in Bewegung

Wie wird dies ermöglicht?

Dazu muss man den in der Homöopathie so wichtigen Begriff der Lebenskraft zunächst definieren.

Die Lebenskraft (Vis vitalis) ist diejenige Kraft, die uns am Leben und gesund erhält, indem sie im Körper ein fließendes Gleichgewicht von Körper – Seele – Geist aufrechterhält. Gleichzeitig ermöglicht sie die Anpassungsfähigkeit des Körpers an Veränderungen, z.B. an unterschiedliche Witterungseinflüsse aber auch an Veränderungen im Leben. Wir können dies hinnehmen / aushalten, ohne dabei krank zu werden.

Verliert die Lebenskraft an Stärke, kann sie das Gleichgewicht und die Anpassungsfähigkeit immer weniger aufrechterhalten und so entwickelt der Mensch Symptome (Krankheitszeichen) um auf das Ungleichgewicht, bzw. die Schwächung der Lebenskraft aufmerksam zu machen.

In den Wechseljahren werden an die Lebenskraft hohe Anforderungen gestellt, da eine große Veränderung eingeleitet wird.

Vielmals reicht ihre Kraft nicht aus, um diesen Prozess ohne Mühe von statten gehen zu lassen.

Hier können homöopathische Mittel der Lebenskraft zusätzliche Nahrung geben, sie in ihrer großen Aufgabe unterstützen.

So nimmt die Lebenskraft an Stärke zu, so dass das Gleichgewicht von Körper, Seele und Geist sich allmählich wieder einstellen und der Mensch die neue Situation als positiv annehmen kann.

So werden über homöopathische Mittel sowohl körperliche als auch seelische Probleme allmählich verschwinden.

Vor kurzem kam ich im Gespräch mit einer älteren Dame auf das Thema Wechseljahre zu sprechen. Sie sagte: „Die Wechseljahre haben mich wohl vergessen, sind an mir ohne Probleme vorübergezogen. Ich habe davon gar nichts gemerkt.“

Wie war dies möglich?

Die Erklärung lieferte die Dame selbst.

Sie erzählte nämlich weiter, dass sie nie Angst vor dieser Zeit gehabt habe, sondern gedacht,: „Wenn ich zwei Kinder  auf die Welt gebracht und groß gezogen habe, werde ich auch diese Zeit meistern.

Sie freute sich auf diesen neuen Lebensabschnitt, wo sie

·        ihre eigenen Interessen wieder pflegen konnte und

·        den Stress mit der Monatsblutung los war.

·        So meinte sie, sei ihr Intimleben viel lockerer geworden, da sie nicht mehr mit der Unsicherheit leben musste, ob die Periode bevorstehe oder nicht.

Diese Patientin konnte diese Veränderungen annehmen, hat sich in die neue Situation hineingefügt. 

Ihre Lebenskraft war stark genug, die Dame anpassungsfähig an Veränderungen zu halten. Dadurch entwickelte sie auch keinerlei Beschwerden.

(Die Lebenskraft musste nicht auf eine Irritation aufmerksam machen.

Oftmals hindert also das Festhalten am Bekannten an der Weiterentwicklung.

Natürliche Vorgänge können nicht ablaufen, da wir sie willentlich unterdrücken.

Alle Unterdrückungen (so auch viele schulmedizinische Medikamente) führen zu einer Schwächung der Lebenskraft, so dass diese ihrer Aufgabe nicht mehr gerecht werden kann.

Die Schulmedizin hält Hormonpflaster oder -einnahmen für das Mittel der Wahl bei Klimakteriumsbeschwerden. Dadurch wird der natürliche Rückgang der Hormone ausgeglichen.

Auch hier handelt es sich also um die eines natürlichen Vorgangs. Unterdrückung

Wie schon gesagt, versucht die Homöopathie genau das Gegenteil, sie möchte einen natürlichen Vorgang unterstützen, dem Betreffenden helfen sich mit dem neuen Lebensabschnitt anzufreunden, ihre positive Seite abzugewinnen. So verlieren sich Angst und Sorgen.

Der Körper lernt mit den Veränderungen umzugehen. Durch diese wieder gewonnene Flexibilität muss die Lebenskraft keine Krankheitszeichen mehr aussenden, da sie ihre Aufgabe wieder gerecht werden kann. Körperliche Beschwerden werden also verschwinden.

Die Stärkung der Lebenskraft erfolgt über Wahl und Einnahme des passenden homöopathischen Mittels.

Wichtig ist hier, dass man nur einen Wirkstoff einnimmt, keine Komplexpräparate in denen mehrere Substanzen gemischt wurden.

Nur bei Verordnung eines einzigen Stoffs kann man klare Ansagen über dessen Wirkungs- und Anwendungsgebiet machen, so dass sich die Möglichkeit, direkt mit dem ersten Mittel eine Besserung zu erreichen, erhöht .

Außerdem lässt sich nur mit der Einzelmittelhomöopathie der Verlauf der Behandlung klar beurteilen, niemals mit Komplexmitteln, deren Wirkungsbereich nie geprüft wurde.

Weitere Informationen zum Thema

„Grundlagen/ Grundsätze der Homöopathie und Ablauf einer homöopathischen Behandlung“

entnehmen Sie bitte der Rubrik: Homöopathie - Grundlagen

 

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: mail@sabinemueller.de    Stand: September 2011